Die Vision von Salzburg als ein „Rom des Nordens“

Wolf Dietrich von Raitenau und die Italianità der Stadt Salzburg

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau und seine Vision von Salzburg als ein „Rom des Nordens“.

Wir begeben uns auf eine Spurensuche nach dem Geheimnis der "Italianita" von Salzburg und der Entwicklung der mittelalterlichen Stadt hin zu einem Zentrum des Barocks nördlich der Alpen.
Zudem lernen wir die für Salzburg so prägende Persönlichkeit von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau und sein familiäres sowie zeitliches Umfeld genauer kennen.
Die Tour führt von Wolf Dietrichs „Schloss Altenau“ (heute Schloss Mirabell)
über den "Campo Santo" St. Sebastian und der Gabrielskapelle in das barocke Zentrum der Altstadt.
Über die Hofstallgasse als eine Art „Via principalis“ (Paumgartner 1966) im Geiste von Wolf Dietrich
gelangen wir in das Herz der Stadt, wo diese Tour ihr Ende findet.

Wolf Dietrich v. Raitenau ist für die Entwicklung von Salzburg zu einem barocken Zentrum nördlich der Alpen
mehr als maßgeblich. Seine Visionen und vorausschauenden Pläne formen die Basis,
auf und aus der sich das mittelalterliche Salzburg hin zu einem „Rom des Nordens" herauskristallisiert.
Somit ist er der "Vater" dieser für Salzburg so bezeichnenden gewissen "Italianita".
Ihm verdankt Salzburg zu einem sehr großen Teil seinen heutigen Status als UNESCO Weltkulturerbe.

Wolf Dietrich v. Raitenau birgt als Person eine gewisse Widersprüchlichkeit in sich. Zu seiner Zeit fasziniert und begeistert er, wird aber gleichzeitig auch gefürchtet und gehasst. Diese Widersprüchlichkeit seines Charakters kommt in der regen Bautätigkeit, seiner eheähnlichen Lebensweise mit Salome sowie seinem tragischen Ende auf der Festung bestens zum Ausdruck und fesselt bis heute.
Die Lebensgeschichte von Wolf Dietrich v. Raitenau wäre der ideale Stoff für einen Hollywood Blockbuster.

Seine umfangreichen Bauvorhaben haben das mittelalterliche Salzburg maßgeblich verändert.
Die heutige Anlage der weitläufigen Plätze um den Dom: Alten Markt, Residenzplatz, Domplatz, Kapitelplatz und Mozartplatz, wurden von ihm mit Vincenzo Scamozzi (1548 - 1616) als architektonischen Berater in großzügiger, aber auch rücksichtsloser Art geschaffen.

Seine Nachfolger haben trotz ihrer Änderungen vielfach das zu Ende geführt, was er großteils begonnen hatte.
So gilt Wolf Dietrich von Raitenau zu Recht als größter Bauherr der Salzburger Vergangenheit.
Seine Vision, Salzburg zu einer repräsentativen barocken Residenzstadt auszubauen,
wurde somit in den nachfolgenden Jahrhunderten weitgehend realisiert.

Die Beziehungen zwischen Salzburg und den südlichen Nachbarn waren seit jeher sehr eng miteinander verwoben. Es gab schon früh einen regen Warenaustausch von Salzburg mit Italien, besonders mit Venedig.
Die "Fondaco dei Tedeschi", das "Lagerhaus der Deutschen", wurde erstmals 1268 erwähnt.
Diese enge Verbundenheit manifestierte sich auch in der Salzburger Kunst und Architektur sehr früh durch die "welschen Meister", die nach Salzburg kamen, um hier für ihre Auftraggeber tätig zu werden.

Das familiäre Zusammenleben des Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau mit der
Bürgertochter Salome Alt (1568 - 1633) und deren 15 gemeinsamen Kindern war in dieser Zeit
ungewöhnlich und erregte Aufsehen.
Salome Alt war bei den Salzburgern beliebt und wurde für ihre zurückhaltende Lebensweise sowie für den besänftigenden Einfluss auf den Landesherrn jedoch sehr geschätzt.
Nach dem Sturz von Wolf Dietrich im Jahre 1612 musste sie mit ihren Kindern das Land verlassen.

Wolf Dietrich von Raitenau ist nach Jahren strenger Gefangenschaft 1617 auf der Festung Hohensalzburg verstorben.
Seine letzte Ruhe fand er in seinem Mausoleum, der Gabrielskapelle auf dem Friefhof zu St. Sebastian.

High Lights der Wolf Dietrich von Raitenau und die Salzburger Italianità - Tour:

"Schloss „Altenau" (heute Schloss Mirabell) und der Mirabellgarten mit dem Susannabrunnen von Hans Waldburger.

Das Schloss Altenau war  als "villa sub urbana" die "gebaute Liebeserklärung" von Fürst-Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau an seine Lebensgefährtin Salome Alt. Wolf Dietrich von Raitenau brachte die Tradition des großzügig gestalteten Renaissancegartens von Italien nach Salzburg. Möglicherweise wurde auch der geheimnisvolle "Susannabrunnen" im heutigen Mirabellgarten 1610 von Wolf Dietrich 
bei Hans Waldburger für diesen Garten in Auftrag gegeben.

Nach dem Sturz von Wolf Dietrich bekam das Schloss von seinem Nachfolger Markus Sittikus einen neuen Namen. Es hieß von nun an Schloss Mirabell um die Erinnerung an seinen Vorgänger möglichst gering zu halten.
Paris Lodron liebte das Schloss Mirabell und veranlasste einen weiteren Ausbau.
Johann Ernst Graf Thun ließ die Anlage vom berühmten Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach prunkvoll vergrößern und ausgestalten. Eine neuerliche Erweiterung brachte die Regentschaft von Franz Anton von Harrach mit sich.
Er beauftragte den renommierten Hofarchitekten Johann Lukas von Hildebrandt mit dem Umbau zu einem prachtvollen repräsentativen Barockschloss mit Prunkstiege und Marmorsaal.

Das repräsentative Stiegenhaus, ein Meisterwerk der Scalalogie, ist das Herzstück der Schlossanlage.
Die berühmten Putti-Figuren zieren mit Humor die ornamental geschwungene Balustrade der Treppenanlage.
Sie stammen wie die römischen Gottheiten in den Nischen von Georg Raphael Donner und seiner Werkstatt.

Das barocke Zeitalter liebte das reizvolle Spiel mit Gegensätzlichem.
Im barocken Schlossgarten treffen die 28 idealisierten römischen Gottheiten in Überlebensgröße auf die missgebildeten unterlebensgroßen 28 Zwerge.
Das Vanitasmotiv ist im Barock sehr beliebt und an diesem Ort allgegenwärtig.

Der Friedhof von St. Sebastian mit der Gabrielskapelle

Der Friedhof zu St. Sebastian wurde im Auftrag von Wolf Dietrich von Raitenau als Ersatz für den Domfriedhof bei Andrea Bertoletto in Auftrag gegeben. Dieser romantische altehrwürdige Friedhof ist ein besonderes Juwel in der Geschichte der Stadt. Der "Campo Santo" beeindruckt mit seinen prächtigen Arkaden und den malerisch verwitterten Grablegen. Hier scheinen Zeit und Ort still zu stehen. 

Das Mausoleum von Wolf Dietrich, die Gabrielskapelle ist ein Meisterwerk der Renaissance von Elia Castello.
Es akzentuiert die Mitte des Friedhofs eindrucksvoll. Die ungewöhnliche Rundform des Baus erinnert an das Grabmahl von Theoderich dem Großen, in Ravenna. Das schlichte Äußere folgt der architektonischen Formensprache der Renaissance und kontrastiert mit dem reichen Dekorum des Inneren.
Maurische und manieristische Stilmerkmale treten hier eindrucksvoll nebeneinander in Erscheinung.

Die Buntfarbigkeit der Fliesenkacheln vermittelt eine heitere orientalische Aura. Die überlebensgroßen Statuen der vier Evangelisten posieren in Begleitung von goldgehöhten Fischschwanz-Karyatiden mit "manieristischer Lässigkeit" in ihren Nischen.

Hier erfahren Sie mitunter, warum Wolf Dietrich auch ein "gebessertes" Wappen führte und warum er für sein persönliches Emblem das Motiv eines "Turms" ausgewählt hat.

Etliche berühmte Salzburger Familien ließen in den noblen Arkadengängen ihre Grablegen reich ausstatten.
Auch Paracelsus wurde an diesem Ort zur letzten Ruhe gebettet.

Die Fußbodenplatten aus Marmor wurden durch die Jahrhunderte von den Schuhsohlen glatt poliert.
Sie sind ein eindrucksvolles Zeugnis für das "memento mori", der Vergänglichkeit des irdischen Lebens
an diesem so besonderen Ort.
Hier befindet sich auch das sogenannte "Mozartgrab" und die Kommunen-Gruft, in der Leopold Mozart bestattet wurde.

Seit 2014 sind auf diesem "Campo Santo" wieder Urnenbestattungen möglich.

Das barocke Zentrum der Stadt Salzburg - seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe

Über die Staatsbrücke führt uns die Tour in das historische Zentrum der Stadt Salzburg.
Die Fülle und reiche Ausstattung der großzügigen Platzanlagen mit den repräsentativen barocken Sakaral- und Profanbauten beeindrucken immer wieder.
Mehr als spannend ist die Genese vom mittelalterlichen Stadtkern hin zu einem prachtvollen Zentrum des Barocks nördlich der Alpen nach dem großen Vorbild der ewigen Stadt Rom.

Eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit Wolf Dietrtichs von Raitenau und seinen Nachfolgern haben sich bis in die heutige Zeit bewahrt. Manch verborgener Schatz springt dennoch nicht sofort ins Auge des Betrachters und
wartet darauf, entdeckt und wahrgenommen zu werden.

Der Salzburger Dom

Das frühbarocke Gesamtkunstwerk beeindruckt die Besucher mit seiner imposanten "Schaufassade" aus Untersberger„Forellenmarmor“. Das Skulpturenprogramm der Fassade entspricht den Vorgaben des Tridentinum (1545-1563) und vermittelt als eine Art "Gebautes Glaubensbekenntnis" die Lehre und Inhalte der katholischen Kirche auf anschauliche Weise. 
In den Stuckmalereien (Quadri riportati) der Innenausstattung von Arsenio Mascagni (1579-1636) findet sie ihre malerische Fortsetzung. Im Geiste einer "Via sacra" wird der gläubige Besucher auf den Höhepunkt am Hauptaltar mit seiner Inschrift "Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens" hingeführt.

Mehr als spannend ist die Baugeschichte dieses frühbarocken Bauwerkes von Santino Solari,
dessen Weihe 1628 unter Paris Lodron, mit einem rauschenden und sinnesfreudigem Barockfest über acht Tage lang, während des 30jährigen Krieges gefeiert wurde. Das "Who is Who" der  Hohen Geistlichkeit und der europäischen Herrscherhäuser war hier während der Kriegswirren zu Gast.

Die Hofmarstallgasse und der Festspielbezirk

Mit dem Bau des Hofmarstalles läutete Wolf Dietrich die glanzvolle Funktion
dieses Areals als Festspielbezirk bereits 1607 ein.
Er wollte keine Stallungen in seiner Residenz und veranlasste daher den Bau des fürsterzbischöflichen
Prunkstalles auf dem Areal des Frauengartens.

Edle Pferde dienten seit jeher der fürstlichen Repräsentation und mussten entsprechend
ausgebildet und versorgt werden.

Die Salzburger Pferdeschwemme sowie die Futtertröge aus Marmor bezeugen bis
heute auf eindrucksvolle Weise, die Nobilität dieses Stallgebäudes (heute Großes Festspielhaus).
Die Hofstallgasse wurde bereits in dieser Zeit gepflastert und avancierte zu einer
"Via principalis" (Paumgartner 1966), nach römischen Vorbild.

Die Neukonzipierung des Straßenzuges Herbert von Karajanplatz - Hofstallgasse - Max Reinhard-Platz - Franziskanergasse - Domplatz folgt einer um 1604 konzipierten Planung von Wolf Dietrich von Raitenau,
die auf die Beratung von Vincenzo Samozzi (1552-1616), den bekannten Schüler Andrea Palladios (1508-1580) zurückgeht. Scamozzi veröffentlicht in seinem Traktat "L"Idea dell‘ architettura universale"
seinen monumentalen Plan für den Domneubau in Salzburg mit fünf rundbogigen Frontalportalen (1606).
Zuvor befand sich auf diesem Areal der Frauengarten des St. Peter Klosters der für Obst- und Gemüsebau aber auch als Viehweide genutzt wurde.

Heute beeindruckt der Festspielbezirk mit seinen Bauten sowie mit der reichen künstlerischen Ausstattung. Während der Festspielzeit trifft sich hier die weltweite Musik- und Kunstszene.
Auch die von Paris Lodron 1622 gegründete Salzburger Universität hat hier ihre Wiege.
Sie wurde 1622 gegründet begeht 2022 ihr 400 Jahr-Jubiläum.

Somit hat sich die Vision Wolf Dietrichs von Raitenau, diesen Straßenzug als eine Salzburger Prozessionsgasse, die von einer Via principalis in eine Via sacra,
die in den Domplatz mündet und im Hochaltarbild ihre ikonographische
wie religiöse Erfüllung findet, erfüllt.

Du hast mir gezeigt den Weg zum Leben, Psalm 15 

Dauer: ca. 2 - 4 Std.
Preis pro Gruppe: auf Anfrage

Im Preis inbegriffen sind folgende Leistungen:

  • Geführte Tour 2-4 Stunden
  • Eine „Leckerei“ aus dem Hause Fürst
  • Hand-Out über den Inhalt der Tour für jeden Teilnehmer
  • Eine Verkostung von heimischen Spezialitäten aus dem Salzburger Land

Coronareglement:
Das von der Wirtschaftskammer Salzburg vorgelegte COVID-19 Präventivkonzept wird von mir umgesetzt.

Ich freue mich auf Sie!
Ihre Gertraud Kamml

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